Haarfärbemittel gehören zu den Kosmetikprodukten, die Frauen und Männer am häufigsten verwenden, um ihr Aussehen zu verändern. Vor allem in den letzten Jahren wird jedoch häufig die Frage gestellt: „Verursacht Haarfärbemittel Haarausfall?“ Die Auswirkungen chemischer Inhaltsstoffe auf Haar und Kopfhaut lassen sich durch richtige Anwendung und Pflege weitgehend kontrollieren. In diesem Artikel finden Sie detaillierte Informationen über die Auswirkungen von Haarfärbemitteln auf die Haargesundheit, Möglichkeiten zur Vorbeugung von Haarausfall und dermatologische Empfehlungen.
Die Auswirkungen von Haarfärbemitteln auf die Gesundheit der Haare
Der Hauptzweck von Haarfärbemitteln besteht darin, die Farbe der Haarsträhnen zu verändern oder graue Haare zu überdecken. Die meisten dafür verwendeten Produkte enthalten Chemikalien wie Ammoniak, Wasserstoffperoxid und Resorcin. Diese Stoffe öffnen die Schuppenschicht des Haares und ermöglichen so das Eindringen der Farbpigmente in das Haar.
Das Öffnen der Cuticula-Schicht kann jedoch dazu führen, dass das Haar seine natürliche Feuchtigkeit verliert und die Keratinstruktur geschwächt wird. Geschwächte Haarsträhnen brechen leichter, werden stumpf und es kann zu starkem Haarausfall kommen. Das heißt, Haarfärbemittel führen nicht direkt zum Ausfallen der Haare an der Wurzel, sondern dazu, dass die Haarsträhnen geschwächt werden und abbrechen.
Haarfärbemittel und Haarwurzeln
Viele Menschen glauben, dass Haarfärbemittel in die Haarwurzeln eindringen. Tatsächlich wirken Färbemittel jedoch in der Regel nur auf die Haarsträhnen. Bei einer gesunden Kopfhaut sind die Haarwurzeln in der Regel nicht direkt von diesem Vorgang betroffen. Allerdings können zu häufiges Färben, die Verwendung falscher Produkte oder allergische Reaktionen die Kopfhaut reizen. Dies kann die Versorgung der Haarwurzeln beeinträchtigen und den Haarausfall beschleunigen.
Verursacht häufiges Färben der Haare vermehrten Haarausfall?
Die Häufigkeit des Haarfärbens ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit der Haare. Chemische Behandlungen verringern die Widerstandsfähigkeit der Haarsträhnen und führen zu einem Verlust der Elastizität. Das Färben der Haare alle 3–4 Wochen gibt dem Haar keine Gelegenheit, sich zu erholen. Dermatologen empfehlen, zwischen den Färbungen mindestens 6–8 Wochen Pause zu machen, um das Haar nicht zu schädigen.
Arten von Haarfärbemitteln und ihr Schadensgrad
Nicht alle Haarfärbemittel haben die gleiche Wirkung.
- Permanente Haarfarben: Enthalten meist Ammoniak und Wasserstoffperoxid. Die Farbe hält lange, aber diese Haarfarben schädigen das Haar am meisten.
- Semi-permanente Haarfarben: Sie enthalten weniger Chemikalien und strapazieren das Haar weniger.
- Pflanzliche und ammoniakfreie Haarfarben: Enthalten natürliche Inhaltsstoffe, schaden der Kopfhaut und der Haarstruktur weniger.
Wenn Sie empfindliches Haar haben oder unter Haarausfall leiden, sollten Sie daher ammoniakfreie oder pflanzliche Produkte bevorzugen.
Empfindlichkeit der Kopfhaut und allergische Reaktionen
Der Kontakt der Farbe mit der Kopfhaut kann manchmal zu Reizungen, Juckreiz, Rötungen und Schuppenbildung führen. Diese Reaktionen schwächen die Haarwurzeln und verstärken den Haarausfall. Deshalb sollte 24 bis 48 Stunden vor dem Färben ein Allergietest durchgeführt werden. Wenn eine Reaktion auftritt, darf das Produkt auf keinen Fall verwendet werden. Außerdem sollte während des Färbens der direkte Kontakt der Kopfhaut mit der Farbe so gering wie möglich gehalten und eine Schutzcreme auf den Haaransatz aufgetragen werden, um das Risiko von Reizungen zu verringern.
Die richtigen Färbetechniken zur Vorbeugung von Haarausfall
- Tragen Sie die Farbe nicht auf den Haaransatz, sondern zunächst auf die Haarspitzen auf.
- Überschreiten Sie die in der Produktanleitung angegebene Verarbeitungszeit nicht.
- Spülen Sie Ihr Haar nach dem Färben gründlich mit Wasser aus.
- Tragen Sie nach jedem Färben eine Feuchtigkeitsmaske auf.
Diese einfachen Maßnahmen verhindern den Haarausfall und reduzieren die Haarausfallrate.
Methoden zur Vorbeugung von Haarausfall nach dem Färben der Haare
- Feuchtigkeitsspendende Masken und Öle: Arganöl, Jojobaöl und Keratinmasken pflegen das Haar und geben ihm seine Elastizität zurück.
- Sulfatfreie Shampoos: Reinigen chemisch behandeltes Haar sanfter und trocknen die Kopfhaut nicht aus.
- Protein- und Keratin-Ergänzungsmittel: Tragen zur Reparatur der Haarstruktur bei.
Dermatologische unterstützende Behandlungen
Wenn der Haarausfall nach dem Färben weiterhin besteht, ist es am besten, einen Dermatologen aufzusuchen. Durch eine Analyse der Kopfhaut wird die Ursache für den Haarausfall ermittelt. Bei Bedarf können folgende Behandlungen durchgeführt werden:
- PRP (Platelet Rich Plasma): Die Haarwurzeln werden durch die Injektion von Plasma, das aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen wird, revitalisiert.
- Haar-Mesotherapie: Durch die Zufuhr von Vitamin-, Mineral- und Aminosäuremischungen in die Kopfhaut werden die Haarwurzeln gestärkt.
- Dermatologische Lotionen: Zugelassene Lotionen wie Minoxidil können dazu beitragen, den Haarausfall zu verlangsamen.
